Andreas WeißFinanzplaner (EAFP)

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Refinanzierungswelle: Was private Eigentümer daraus lernen können

Viele Immobilienfinanzierungen stehen vor der Verlängerung. Was hinter der Meldung steckt und warum eine frühzeitige Planung auch beim Eigenheim zählt.

Anschlussfinanzierung & Immobilienmarkt

Rund ein Viertel der Finanzierungen in den Büchern der befragten deutschen Immobilienfinanzierer wird innerhalb der nächsten zwei Jahre fällig. Darüber berichtet das Handelsblatt am 8. Oktober 2026 auf Grundlage einer Befragung von EY-Parthenon. Die Meldung wirft eine Frage auf, die auch private Eigentümer beschäftigt: Wie gut ist die eigene Anschlussfinanzierung vorbereitet?

Warum Anschlussfinanzierungen anspruchsvoller werden können

Viele Darlehen wurden in der Niedrigzinsphase abgeschlossen. Endet die Zinsbindung, muss die verbleibende Restschuld neu finanziert werden. Liegt der neue Zinssatz über dem bisherigen, kann die monatliche Belastung steigen. Wie stark, hängt unter anderem von Restschuld, Tilgung und Laufzeit ab.

Auch die aktuelle Bewertung der Immobilie spielt eine Rolle. Ein niedrigerer Wert kann den Beleihungsauslauf verschlechtern und damit die Konditionen beeinflussen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine private Anschlussfinanzierung schwierig oder unmöglich wird.

Frühzeitig planen statt unter Zeitdruck entscheiden

Prüfen Sie rechtzeitig, wann Ihre Zinsbindung endet, welche Restschuld dann voraussichtlich bleibt und welche Monatsrate langfristig zu Ihrem Haushalt passt. Angebote verschiedener Banken helfen, die Möglichkeiten einzuordnen.

Je nach Ausgangslage können auch ein Forward-Darlehen, Sondertilgungen oder eine angepasste Tilgung infrage kommen. Bausparlösungen sollten anhand ihrer Kosten, Bedingungen und des Zeithorizonts geprüft werden. Welche Strategie sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Finanzierung ab.

Mein Rat aus der Finanzierungspraxis

Seit rund 30 Jahren begleite ich Menschen bei ihrer Immobilienfinanzierung. Dabei zeigt sich immer wieder: Eine gute Anschlussfinanzierung beginnt nicht erst mit dem Ablauf der bestehenden Zinsbindung. Wer frühzeitig plant, kann verschiedene Wege vergleichen und gewinnt wertvolle Zeit für eine durchdachte Entscheidung.

Was bei der Studie zu beachten ist

Die im Handelsblatt vorgestellte EY-Parthenon-Befragung umfasst 90 Immobilienfinanzierer und 70 auf Restrukturierungen spezialisierte Kanzleien. Sie betrifft vor allem den gewerblichen Immobilienmarkt. Besonders Büroimmobilien stehen unter Druck.

Die Quote von rund 25 Prozent ist nicht direkt auf private Immobilienkredite übertragbar. Sie bedeutet insbesondere nicht, dass jeder vierte private Eigenheimkredit in den nächsten zwei Jahren ausläuft oder gefährdet ist. Für private Eigentümer ist die Meldung ein Anlass zur rechtzeitigen Planung – keine pauschale Krisenprognose.

Quelle: Carsten Herz, Handelsblatt, 8. Oktober 2026: „Jeder vierte Immobilienkredit muss bald refinanziert werden“. Grundlage: Bankenbefragung von EY-Parthenon. Die Hinweise zur privaten Anschlussfinanzierung sind eine gesonderte Einordnung von Andreas Weiß.

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